Marshall B. Rosenberg:

Gewaltfreie Kommunikation - Aufrichtig und einfühlsam miteinander sprechen - Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten

 

Buchcover: Gewaltfreie Kommunikation Marshall Rosenberg entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation um Menschen zu helfen, aus Depressionen herauszukommen, für ihre Bedürfnisse einzustehen und das Herz der GesprächspartnerInnen anzusprechen. Er entdeckte in vielen Interviews und Studien, dass die herkömmliche Sprache den Menschen meist nicht ermöglicht, das zu erreichen, was sie wirklich brauchen. Seit mehr als 30 Jahren lehrt er nunmehr seine Methode der Gewaltfreien Kommunikation in über 30 Ländern. Mittlerweile gibt es viele Schulen, die die Gewaltfreie Kommunikation zu ihrer Grundlage erhoben haben, nicht nur in den USA sondern auch in Israel und Yugoslawien. Ansätze hierzu finden sich auch in Deutschland. Er unterrichtet LehrerInnen und AusbilderInnen der Erwachsenenbildung, Therapeuten und MediatorInnen. In Firmen und Krankenhäusern, in Gefängnissen und Militärschulen, bei der Polizei und in Kirchengemeinden, in Flüchtlingslagern, und wo immer die Gewalt so groß ist, dass Menschen ihn um Hilfe bitten, eröffnet er einen Weg zu nachhaltiger Verständigung.

 

Seit langem erwartet, liegt jetzt Marshall Rosenbergs Hauptwerk in deutscher Sprache vor. Friedrich Glasl schreibt in der Einführung: Das Besondere an der hier dargestellten Gewaltlosen Kommunikation ist, dass sie die Grundlage für Konfliktlösung in der direkten Auseinandersetzung von Mensch zu Mensch bildet, die immer auch die Basis der Verständigung zwischen Gruppen oder Staaten ist. Der Kern jeder Konfliktbehandlung ist immer das direkte Gespräch von Mensch zu Mensch."

 

Das Buch stellt übersichtlich in 12 Kapiteln die Methodik der Gewaltfreien Kommunikation dar. Gesprächsbeispiele aus dem reichen Erfahrungsschatz von Marshall Rosenberg veranschaulichen den theoretischen Ansatz.
Bewegend wegen seiner Aktualität ist zum Beispiel, wie Marshall Rosenberg während einer Veranstaltung in einem palästinensischen Flüchtlingslager auf einen Mann eingeht, der, wissend, dass Marshall Rosenberg Amerikaner ist, ihm Mörder" entgegenruft, begleitet von ähnlichen Rufen anderer: "Attentäter!"," Kinderkiller!", "Mörder!" . Er spricht daraufhin die Gefühle dieses Menschen an und verbindet sich mit dem, was der Mann braucht und worum es ihm geht. Das führt dazu, dass dieser Mann schließlich seinen tiefen Schmerz zum Ausdruck bringt. Marshall verdeutlicht im weiteren Verlauf des Gesprächs die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter jeder Aussage stehen. Sobald sich der Mann verstanden fühlt kann er zuhören. Eine Stunde später läd ihn derselbe Mann, der ihn Mörder genannt hatte, zu einem Ramadan-Essen nach Hause ein. Wie sähe wohl die Welt heute aus, wenn mehr Menschen in der Lage wären, derartige Gespräche zu führen? Das Buch motiviert, diese Sprache zu lernen. Marshall Rosenberg weist darauf hin, dass dies eine natürliche Sprache ist, eine Sprache, die das Leben fördert, anstelle unserer häufig lebensentfremdenden Sprache. Die Gewaltaspekte unserer Sprache sind uns meist nicht bewußt. So geht Marshall Rosenberg auch auf die Hintergründe unserer Sprachkultur ein und weist auf Studien hin, die den Einfluß der Sprache auf die Bereitschaft Gewalt anzuwenden in der jeweiligen Kultur beschreiben. Es wird Anstrengung erfordern unsere Gewohnheitsmuster zu verlernen. Doch wird sie belohnt durch das, was wir erhalten: Verständigung, die das tiefere Wesen in uns berührt.

 

 

Marshall Rosenberg spielt Gitarre Unsere Befreiung von alten Mustern können wir in unseren inneren Dialogen üben; auch dazu finden wir Anleitung in dem Buch. Die einzelnen Kapitel geben Anleitung und Anregung zu allen wichtigen täglichen Gesprächssituationen.
Mediatorinnen und Mediatoren, die den Personenzentrierten Ansatz in der Mediation verfolgen, finden hier die Grundlagen für den Erfolg ihrer Arbeit.
Ein Buch, das zum einen in jedem Haushalt nützlich sein kann und zum anderen auch die Sprache der professionellen Helfer und Helferinnen revolutionieren wird. Zukünftig werden sicher auch die Medien und der politische Bereich von der Gewaltfreien Kommunikation profitieren.

 

 

Katharina Sander